All My Fears

Oh fear disappear!

There’s a voice I could hear
when its wings cover all of my thoughts.

Oh fear disappear!

I'm a moth, sleep all day.

I’ll hide and you seek a new spell for me.

Until dusk I’ll be too lost.

 

I lie in grief of reality,

the trees are burned and all stands still,

only my dreams follow me on an elusive path.

I flee in a world where your song never ends

and the dance carries on.

 

Maybe all my fears are there just to make me cry

Maybe I can find a way to let them all fly…

 

Oh night come for me!

I will fly quietly

when its roots grow deep in my heart.

Oh night come for me!

I’m a bird, spread my wings.

I’ll fall, but you find a new spell for me,

when the lark leads me to dark.

 

When the music heal the wounds,

hope fades into the darkened soul,

the veil of sorrow transforms into a light.

I hear a melody, whispering of a way

to realize my dreams.

 

Maybe all my fears are there just to make me cry

Maybe I can find a way to let them all fly...

                                                                                                              2014

 

Kein Zurück

Dieser Zug ist eine Femme fatale

Der Text ist gespalten

Die Hand sie wiegt bleischwer

Meine Arme sind verschwunden

Der Atem ist vergessen

Ich  habe geglaubt ich bin nichts

- - So war ich nichts - -

Nur noch kalte Hülle - - rauschende Glut

Keinen Gedanken mehr - - -

 

Panik

Angst

Verkrümmende Träume

Ausweg zweiter Realität - - doch die Mauer ist brüchig

Ein Augenpaar - - und ich verstand die Worte nicht

Meine Worte waren fremd

Dieser Körper nicht mehr unsichtbar

Die Hand zum Abschied - - im Sterben berührt - - -

 

Dreh dich um!

Lauf nicht weg!

Doch die Füße tragen immer weiter

Und gehen in dunkler Ferne verloren - -

Zerfallene Steine

Verlorenes Selbst

Ein Kind ohne Spiegel - - falschen Bildnis’ Schleier enthüllt - -

Schau nicht hin!

Sprich mich nicht an!

 

Ich liege blind im hellsten Licht

Brennendes Augenpaar - - und fliehe in vertraute Zerstörung

Gespaltenen Geständnis’ zerreißende Wirkung

wortlose Blicke

Tagelange Nächte

Schwarze Höhlen starren inmitten zuckender Blässe

Wie ein Wurm nur konnt’ ich mich regen

Kafkas Käfer war nichts dagegen - - -

 

Schau mich noch einmal so an

Schau mich noch einmal an

                                                                                                                       2017


Aus dem Leben eines Hosen-Falters

Schwiegermuttis Liebling kommt rein, fein rausgeputzt im babyblauen Pullover – wahrscheinlich von seiner Frau für ihn zurechtgelegt, weil sie einerseits den perfekten Mamaersatz für ihn abgeben möchte (Sie kümmert sich! Hasi muss chic sein!), andererseits um ihm ganz subtil die Eier auf Erdnussgröße schrumpfen zu lassen (Die Farbe steht ihm sooo gut!). So sieht es die emanzipierte Frau von heute gern. Und für die Singlemänner gibt es outfittery.de, damit nicht der Gedanke aufkommt, sie könnten selbst entscheiden was ihnen steht. Der moderne Mann lässt entscheiden. Ersetze Mann durch Mensch. Vor einiger Zeit war das ja eh noch dasselbe.

 

Aber zurück zum Text. Ein freundliches „Hallo! Guten Tag!“, noch einen anderen Kunden abkassieren und sich endlich wieder dem Umbau widmen können. To-Do-Auftrag vom Chef: möglichst noch die restliche Ware auspacken, zählen, sichern, auspreisen, um schon mal die Sachen für die Schaufensterpuppen bereitlegen zu können. Wie gut, dass ich seit 19 Uhr alleine hier stehe, sonst würde ich nicht darüber nachdenken, wie ich Hermines Zeitumkehrer Wirklichkeit werden lassen könnte, und mich nicht fragen, was Leschi wohl dazu beizutragen hätte. Diese ganzen Sachen haben wir noch gar nicht da! Bekommen wir die überhaupt?! Aus dem „Window Guide“ werd ich nicht schlau. Das „Collection Training“ für die Outlets muss her. Aha, diese Sachen werden nicht geliefert.

 

 

Also die paar vorhandenen Klamotten im Laden zusammensuchen und die fehlenden mal eben durch andere ersetzen. Muss aber gut aussehen! Für mich kein Problem, da bin ich ganz in meinem Element. Wird Chefchen vielleicht freuen, dass ich das noch geschafft hab. Zwischendurch immer wieder Aufräumen, Ware ordentlich falten. Irgendwas bewegt sich im rechten Augenwinkel und kommt immer näher! „Ja Danke! Schönen Abend noch!“. Die Programmierung läuft ab und ich werfe schnell ein süßlich säuselndes „Ja bitte! Ebenso!“ hinterher. Blitzschlag! Und ich erwache allmählich aus meiner tranceartigen Konzentration. Guide? Nein, babyblauer Pullover! Wofür bedankt der sich eigentlich? Verdammt! Adrenalin wird ausgeschüttet, das Blut schießt durch den Körper, der Kopf wird warm, das Herz rast. Kunde geht immer vor! Umsatz, Umsatz, Umsatz! Und weg ist er. Boar wie scheiß freundlich der getan hat, nur um mir klar zu machen wie minderwertig ich bin und er es nicht besser von mir erwartet hat. Für die Welt bin ich nur eine Verkäuferin. So einer schreibt dann Beschwerde-Mails ans Unternehmen. Die glücklichen Kunden, die machen das nicht, nee, das macht nur Schwiegermuttis Liebling, dem ich nicht beim Anziehen geholfen habe. Beim letzten Mysteryshopping im Center – als ich noch in der Sklavenbude mit den kunterbunten Hautkrebstextilien arbeitete, noch 100 % abgesahnt, auf internationaler Ebene Rang 1 von 1769. Aber wen interessiert das dann schon?! Wenn das ein Testkunde war, na dann Gute Nacht, Marie! Ich versuche mich mit dem Gedanken zu beruhigen, dass ein Testkunde nicht kurz vor Ultimo kommt und immer was kauft, um es dann kurz darauf zurückzubringen. Unser täglich Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!

 

Vielleicht sollte man die Bedienung hier auch Maschinen überlassen. Da passiert sowas dann nicht. „Haben Sie auch Hosen für Damen in Größe 48? Und der ehrliche Roboter würde sagen: „Vielen-Dank-für-ihre-Anfrage.-Nein,-bitte-gehen-Sie!“. Oder doch „Sie-haben-drei-Bananen-gewählt.“ „Äpfel,-ich-will-Äpfel!“ Dann lieber die Verkäuferin, die auch noch nach sieben Stunden - der ein oder anderen Beziehungskrise, dem 100. „Ihre PIN bitte“, halbnackten Männern jeglicher Statur in der offenen Kabine, oder Topmodels mit Figurkomplexen, die 15 Hosen anprobieren, 3 zurücklegen lassen, um dann niemals wiederzukommen – freundlich antwortet: „Ein oder zwei Modelle hätte ich für Damen da, ansonsten schaue ich mit vielen Kundinnen auch bei Männerhosen.“. Und das freut dann die Schwiegermutti ganz doll.

2018

Senfsoße und andere Trigger

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Von Geisteswissenschaftlern mit dicken Eiern...oder so ähnlich

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